Probleme mit der Komfortlüftung: Der Blick mit einer Kleinst-Kamera ins Lüftungsrohr

RohrMax reinigt und kontrolliert Lüftungen, wie Komfortlüftungen und Wohnraumlüftungen. Alle RohrMax-Lüftungsmonteure arbeiten zertifiziert nach SWKI-VA104.

Wenn die Komfortlüftung Probleme macht


WOHNEN SCHWEIZ ist das Magazin des gemeinnützigen Wohnungsbaus.

In der Schwerpunkt-Ausgabe 'Komfortlüftung richtig gewählt' bietet WOHNEN SCHWEIZ Wissenswertes rund um die Komfortlüftung.

Mit von der Partie ist RohrMax-Kundenberater Hedler Pires. Er führt eine kostenlose Lüftungskontrolle durch bei einer Lüftungsanlage, die Probleme macht.
Mit der Kamera in die Lüftungsrohre blicken
(Text aus WOHNEN SCHWEIZ)

Ist eine Komfort-Lüftung eingebaut, sieht man in der Wohnung nur noch Zu- und Abluftöffnungen. Doch der Spruch 'Aus den Augen, aus dem Sinn' stimmt hier nicht. Eine Komfort-Lüftung braucht Wartung, damit sie nicht eines Tages ausfällt. WOHNEN SCHWEIZ hat einen Fachmann bei der Kontrolle einer Lüftungsanlage begleitet.

Helder Pires nimmt seine Rohrkamera aus dem Auto und klingelt an der Haustür. Im Auftrag einer Lüftungsreinigungsfirma kontrolliert er die Komfortlüftung in einem Einfamilienhaus im Kanton Solothurn. Die Hausherrin ist mit der Luftqualität nicht zufrieden und vermutet ein Problem im Rohrsystem.
Filterwechsel brachte keine Besserung

Bevor Helder Pires seine Rohrkamera in den ersten Luftkanal einführt, lässt er sich von der Bewohnerin die Fakten genau beschreiben. Trotz kontrollierter Lüftung sei es im Haus stickig, die Luft erscheine abgestanden, sagt sie. Das sei ihr nach der Rückkehr aus den Ferien besonders aufgefallen. Nur wenn sie die Anlage auf höchster Stufe laufen lasse, sei die Luftqualität befriedigend. Dann allerdings höre sie unangenehme Geräusche. Die Hausherrin hat bereits verschiedene Massnahmen getroffen: Sie hat vor dem Haus den Ansaugstutzen für die Frischluft kontrolliert und gereinigt, die Filter beim Wärmetauscher regelmässig ausgewechselt, sämtliche Zu- und Abluftgehäuse in den Räumen kontrolliert und auch hier die Filter gewechselt. Besserung trat nicht ein.
Dreijährige Anlage in Top-Zustand

In der nächsten halben Stunde schiebt Helder Pires die Rohrkamera zuerst in die Abluftrohre in Küche und Bad, dann in die Zuluftrohre in Wohnzimmer, Büro und Schlafzimmer. Über zehn Meter lässt sich die Kamera einführen. Schwierig wird es allerdings, wenn die Rohre zu viele Verwinkelungen aufweisen. Zwischendurch sind auf dem Bildschirm minime Ablagerungen zu erkennen, kleine Staubkrümel und Verschmutzungen.

Was der Fachmann im dreijährigen Rohrsystem sieht, ist jedoch unauffällig. «Hier ist definitiv noch keine Reinigung nötig», sagt er. Helder Pires hat bereits Hunderte von Komfort-Lüftungen kontrolliert und dabei schon ganz andere Erfahrungen gemacht. «Ich habe Rohre gesehen, die so verschmutzt waren, dass die Luft kaum mehr durchströmen konnte. Nebst viel Staub, im schlimmsten Fall sogar Schimmel, entdeckte er zudem schon Getränkebüchsen oder verschimmelte Sandwiches, die wahrscheinlich während der Bauzeit in die Rohre gelangt waren. Darüber kann der Fachmann nur den Kopf schütteln.
Das Herz der Anlage im Keller

Nach der Kontrolle des Rohrsystems begutachtet Helder Pires das rund 80 x 80 Zentimeter grosse Lüftungsgerät im Keller des Einfamilienhauses. Das ist das Herz der Komfort-Lüftung. Hier wird die Luft über einen Ventilator verteilt. Ein Wärmetauscher sorgt dafür, dass die Frischluft vorgeheizt wird, bevor sie in die Wohnräume strömt. Die Luftfilter im Gerät müssen regelmässig (zwei bis drei Mal pro Jahr) ausgewechselt werden. Das Gerät der Kundin ist sauber, die Filter ebenfalls. Nun kontrolliert Helder Pires mit seiner Kamera noch die Hauptrohre, die ins Freie führen. Eines zieht Frischluft an, über das andere strömt die verbrauchte Luft nach draussen. Auch hier keine Auffälligkeiten. Grundsätzlich ist die Kundin froh, dass das Rohrsystem in Ordnung ist. Ihr Problem ist jedoch nicht gelöst. Denn nun stellt sich die Frage, ob die Leistung der Anlage richtig geplant wurde oder ein anderes, technisches Problem besteht. Diese Frage kann der Hygienespezialist nicht beantworten, sie muss mit der Lieferfirma direkt besprochen werden.
Information und Instruktion muss sein

Als sich Helder Pires nach einer Stunde von der Kundin verabschiedet, kommt ein weiteres Thema zur Sprache. Die Kundin bemängelt, beim Einzug ins neue Minergie-Haus wenig Infos über die Handhabung der Komfort-Lüftung erhalten zu haben. «Vor dem Umzug geht ohnehin alles drunter und drüber», sagt sie. Wahrscheinlich habe ihr schon jemand schnell erklärt, wie die Lüftung funktioniere. «Doch da waren auch noch die Instruktionen zur Heizung oder zu den neuen Küchengeräten. Das war einfach zu viel.» So erkannte die Hausbesitzerin erst mit der Zeit, wie die Anlage gewartet werden muss oder wo sie Ersatzfilter bekommen kann. Fachmann Helder Pires kennt diese Problematik. «Ich war schon in einem drei Jahre alten Haus, in dem die Filter noch nie gewechselt wurden. Die Kundschaft meinte, man habe ihnen nicht gesagt, dass das nötig sei.» Die involvierten Firmen seien in den letzten Jahren zwar sensibler geworden, doch noch immer mangle es an guter Information.
Wichtigste Regel: Filter wechseln

Die wichtigste Faustregel ist, die Filter zwei bis drei Mal pro Jahr auszuwechseln. «Das schützt die Anlage vor Dreck und Staub und filtert Bakterien und Pollen heraus.» Zweite Faustregel: Mindestens zwei Mal jährlich den Ansaugstutzen des Aussenluftkanals kontrollieren, damit dieser nicht verstopft. Und die letzte Regel: Eine Komfort-Lüftung sollte alle zwei bis drei Jahre durch einen Fachmann gewartet werden.
Stellt dieser eine starke Verschmutzung der Anlage fest, werden die Rohrleitungen bei leichtem Unterdruck mit rotierenden Bürsten gereinigt. Ein Feinstaubsauger zieht den Schmutz heraus. Die Reinigungsarbeiten in einem grösseren Einfamilienhaus können einen ganzen Tag in Anspruch nehmen. Achtung: Jede Lüftungsanlage sollte eine Wartungsklappe haben, damit diese Arbeiten effizient ausgeführt werden können.
Was Mieter tun können

Auch Mieter können ihren Beitrag zu einer gut funktionierenden Komfort-Lüftung beitragen. Sie sollten die Zu- und vor allem Abluftgitter in ihren Wohnungen zwei Mal jährlich kontrollieren und allenfalls die Filter auswechseln. Denn wenn die Öffnungen verstopft sind, können die verbrauchte Luft und die Feuchtigkeit nicht abtransportiert werden.

WOHNEN SCHWEIZ Astrid Bossert Meier